Panna und Joachim – oder: Wenn aus einer Herausforderung ein Dreamteam wird
Wer unseren ersten Teil von „Oh, Schreck – ein Mann!“ kennt, erinnert sich vielleicht an Mirko, der bei uns als Pflegehund große Angst vor dem männlichen Part in unserem Haushalt hatte. Heute erzählen wir euch die Geschichte von Panna. Und auch bei ihr war schnell klar: Männer? Lieber nicht.
Panna war bei uns in Pflege und hatte sehr genaue Vorstellungen davon, wer ihre Menschen sein durften. Wir zwei Frauen im Haushalt waren es. Da, wo wir waren, war auch Panna. Und auch hier, wie bei Mirko, der Mann in unserem Haus konnte sich noch so sehr bemühen – er fütterte Panna täglich, übernahm die meisten Gassigänge, war geduldig und ließ wirklich nichts unversucht. Doch Panna blieb konsequent.
Sie war eben eine ganz besondere Hündin.
Entsprechend genau schauten wir bei Anfragen hin. Wir suchten für Panna eine Familie, in der die Frauen eindeutig in der Überzahl waren. Vielleicht sogar ganz ohne Mann. Oder zumindest mit einem Mann, der keinen Anspruch darauf erhob, ihr Freund zu werden.
Und Panna wartete. Doch dann kamen Joachim und seine Tochter Anna. Joachim wollte Panna. Ausgerechnet ein Mann. Aber einer, der sich ganz bewusst dieser besonderen Aufgabe stellen wollte. Einer, der Panna nicht „um jeden Preis“ überzeugen wollte, sondern bereit war, ihr Zeit zu geben.
Bei der Vorkontrolle in der Nähe von Schweinfurt war schnell klar: wenn es jemand schafft, dann Joachim und Familie Trotzdem war da dieser Gedanke: Puh … das wird nicht einfach. Denn Panna war eben Panna.
Dann kam der große Schritt: Panna zog bei Joachim und seiner Familie ein. Und plötzlich schien etwas anders zu sein.



Vielleicht spüren Hunde tatsächlich, wenn sie angekommen sind. Vielleicht ist eine Pflegestelle eben doch nur eine Zwischenstation und ein eigenes Zuhause fühlt sich anders an. Vielleicht verändert sich auch etwas, wenn eine Familie nicht nur sagt „Wir versuchen es“, sondern ganz bewusst entscheidet: Du gehörst jetzt zu uns.
Joachim machte etwas ganz Entscheidendes: Er blieb dran. Er erklärte sich selbst -zumindest innerlich -zur Hauptperson für Panna. Nicht nur, dass er durch seine Home-Office Tätigkeit die meiste Zeit Zuhause ist, er übernimmt auch einen großen Teil ihres Alltags. Er spielt mit ihr im Garten. Er liegt mit ihr auf der Couch und sitzt mit ihr im Gras und kuschelt mit ihr.
Und Panna? Sie lief nicht weg. Sie ergriff nicht die Flucht. Sie ließ sich darauf ein.

Natürlich suchte sie sich zunächst Anna als ihre Vertrauensperson aus. Aber Joachim blieb geduldig an ihrer Seite. Tag für Tag, Schritt für Schritt. Und irgendwann begann Panna zu verstehen: Dieser Mann meint es ernst. Der bleibt.
Heute ist Panna in ihrem Zuhause angekommen. Wirklich angekommen.
Aus der neuen Umgebung ist ihr Refugium geworden, aus einem Haus ihr Zuhause und aus Menschen ihre Familie. Sie darf dort Panna sein – lieb und verschmust, eigenwillig, manchmal auch noch ängstlich und unsicher, aufmerksam und mit einem kleinen Stück Herdenschützer in sich. Sie darf aufpassen, beobachten und ihrer Genetik folgen.
Und aus Panna und Joachim? Aus ihnen ist ein Dreamteam geworden.





Genau das ist es, was wir uns für Panna immer gewünscht haben.
Joachim ist nicht kopflos und unüberlegt an die Herausforderung „Panna“ herangegangen. Die Entscheidung für sie war gut überlegt. Aber als die Karten auf dem Tisch lagen, ist er den Weg mit ihr gegangen – mit Konsequenz, Geduld und ganz viel Empathie.
Sicherheit zu 100 Prozent. Gefühl und Empathie zu 1000 Prozent.
Und vielleicht ist genau das das Geheimnis.




Manchmal braucht Vertrauen einfach Zeit.
Manchmal muss man etwas wagen.
Und manchmal wird aus dem Menschen, vor dem ein Hund einst am liebsten davongelaufen wäre, genau der Mensch, an dessen Seite er am liebsten bleibt.
Panna und Joachim – ein weiteres kleines Wunder aus dem Tierschutz.
Und für uns gibt es kaum etwas Schöneres, als zu wissen:
Panna ist angekommen. Sie ist zuhause.


























