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Ich bin Leishmaniose positiv – na, und!?

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Alex Sieber
Alex Sieber

Shila ist Leishmaniose positiv. Ihre Pflegefamilie hat sich ganz bewusst für sie entschieden. Warum ihre Wahl auf Shila fiel und wie es ihr momentan geht, darüber werden wir später noch berichten.

Für viele Interessenten ist die Information, dass ein Hund Leishmaniose positiv ist, erstmal eine Schreckensnachricht und Grund einen Hund NICHT zu adoptieren. Doch was hat es mit dieser Reisekrankheit auf sich und was heißt sie für Adoptanten?

Um gleich eines vorweg zu nehmen: Die Leishmaniose bedeutet nicht zwangsläufig das Todesurteil für einen Hund. Trotzdem gibt es ein paar Dinge zu beachten, damit Ihr Hund möglichst lange beschwerdefrei leben kann bzw. genauso alt werden kann wie ein Hund, der keine Leishmaniose hat.

Doch von vorne:

Was ist Leishmaniose?

Die Leishmaniose wird durch die Sandmücke übertragen. Man findet sie im gesamten Mittelmeerraum und bedingt durch die klimatischen Verhältnisse mittlerweile auch in Deutschland (Baden-Württemberg, Bayern). Die Leishmaniose ist eine Zoonose, d.h. die Sandmücke kann den Erreger ( Leishmania infantum) sowohl auf Tiere als auch auf Menschen übertragen.  Allerdings entwickeln Erwachsene meist kein Krankheitsbild. Eine ernstzunehmende Gefahr besteht aber bei immungeschwächten Menschen.

Die Sandmücke hat ihren Namen weil ihr Körper sandfarben ist und nicht etwa weil sie am Strand oder im Sand lebt. Ganz im Gegenteil, dort ist sie überhaupt nicht vorzufinden. Sandmücken brüten im feuchten Boden. Sandmückenbiotope findet man an windgeschützten Stellen im Hinterland.

Einen an Leishmaniose erkrankten Hund aus dem Süden erkennt man oft am Haarausfall, typisch ist dieser oft um die Augen herum, so dass eine Art Maske entsteht. Lange Krallen, offene Hautekzeme, allgemeine Schwäche sind nur einige weitere Symptome. Leishmanien vermehren sich in den weißen Blutkörperchen. Sie schädigen innere Organe wie Leber, Milz und Nieren. Die Sterblichkeitsrate bei streunenden Hunden ist sehr groß.

Wie können wir helfen, wenn unser Hund an Leishmaniose erkrankt ist?

Es stehen mittlerweile, Gott sei Dank,  einige Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Diese müssen aber individuell auf den jeweiligen Hund abgestimmt werden.

Grundvoraussetzung ist die Stärkung und Stabilisierung des Immunsystems des Hundes. Stressvermeidung, Geborgenheit in einem sicheren Zuhause, ausgewogenes, gesundes Futter verbessern das Wohlbefinden des Hundes und stärken gleichzeitig sein Immunsystem. Tiere mit einem niedrigen Infektionstiter können oft ein symptomfreies Leben ohne Behandlung führen.

Bei allen Leishmaniose positiven Hunden ist es von großer Bedeutung, die Blutwerte regelmäßig zu kontrollieren um Veränderungen schnell festzustellen. Ist eine Behandlung notwendig sollte damit schnellstmöglich begonnen werden. Die Leishmaniose ist zwar nicht heilbar trotzdem können wir den Verlauf der Leishmaniose positiv beeinflussen und der Erfolg einer Behandlung hängt u.a. gravierend mit der Regelmäßigkeit der Blutkontrollen zusammen.

Was ist noch zu beachten?

Ein Leishmaniose positiver Hund gilt als chronisch krank. Daher sollte man unnötige, medizinische Behandlungen vermeiden und auch Impfungen überdenken. Manche Medikamente können durch Hausmittel ersetzt werden.  Gute Erfahrungen haben wir mit verschiedenen Kräutermischungen gemacht, die Nieren und Leber unterstützen. 2x im Jahr eine Kur mit Probiotika unterstützt die Darmflora und das Immunsystem.

Können wir etwas tun, damit es gar nicht erst zu einer Leishmaniose Infektion kommt?

Die Prävention ist denkbar einfach, einen garantierten 100%igen Schutz gibt es aber nicht. Synthetische Pyrethroide wirken repellierend und töten ab bevor es zu einer Übertragung kommen kann. Moderne Spot ons mit diesem Wirkstoff sollten daher immer vorab aufgetragen werden wenn Sie sich mit ihrem Vierbeiner in Richtung Süden aufmachen.

Hier ist Shilas Geschichte:

Shila lebte bis vor Kurzem in unserem Partnertierheim, der L.I.D.A. in Olbia. Wir haben gelernt, dass Stressvermeidung, Geborgenheit und ein sicheres Zuhause einen positiven Effekt in der Behandlung der Leishmaniose haben. Shila hatte nichts von alledem. Ganz im Gegenteil, sie war eine von ca. 700 Hunden. Jeden Tag um die besten Plätze, das meiste Futter, die kurze Aufmerksamkeit der Pfleger kämpfen zu müssen, konnte sich nicht positiv auf eine solche Erkrankung auswirken. 

Ihre Pflegefamilie hat sich gerade aus den o.g. Gründen für Shila entschieden und sie durfte Anfang Dezember die Tierheimpforten hinter sich lassen. Damit hat sie eine Chance bekommen, auf die viele Hunde mit Leishmaniose oft vergebens warten. Es ist schon eine besondere Geste einem Hund einen Pflegeplatz zu bieten und ihn auf ein Leben in einer Familie vorzubereiten. Einem Leishmaniose positiven Hund diesen Pflegeplatz zu schenken ist eine großartige Herzensangelegenheit.

Shila ist eine ganz bezaubernde, liebe Hündin. Sie ist nicht aufgedreht aber verspielt, sie kommt wunderbar mit ihren Artgenossen zurecht , sie liebt den Menschen über alles und genießt jede Sekunde Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten und die oft beschriebene Dankbarkeit bei Hunden aus dem südlichen Tierschutz zeigt Shila ihrer Pflegefamilie jeden Tag. Sie ist eine richtige Traumhündin, aber eben mit Leishmaniose.

Für Shila wünschen wir uns, dass sie schnell ihre Herzensfamilie findet und in ihr eigenes Zuhause ziehen darf. Schauen Sie doch mal auf ihrer Seite nach, da werden Sie noch mehr über unsere zauberhafte Shila erfahren:

Wer einen Hund mit Leishmaniose bei PfotenFreunde Sardinien e.V. adoptiert, wird nicht alleine gelassen. Wir unterstützen Sie gerne auch nach der Vermittlung weiter, wenn Sie dies wünschen!

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