Diesen zauberhaften kleinen Kater durfte ich Ende Oktober auf einem Campingplatz in Südsardinien kennen lernen. Viele liebe Menschen hatten sich um Pino auf dem Platz gekümmert, ihn gefüttert und ihn vor einem aufdringlichen Kater geschützt, der dem behinderten Kätzchen das Leben sehr schwer machte. Pino hätte den Winter dort nicht überlebt, der Platz schließt Anfang November und nicht einmal die Fütterung der Katzen ist garantiert. Ich hatte Pino einige Tage beobachtet und gefüttert und es war klar, dass er nicht zurückbleiben konnte.
Pino war zu dem Zeitpunkt etwa dreieinhalb Monate, leicht wie eine Feder und jeder Knochen war zu spüren. Nach einem Anruf durfte ich ihn mit in die L.I.D.A. bringen. Es fiel mir schwer ihn dort abzugeben, doch mit dem Versprechen ihm ein schönes Zuhause zu finden, wenn er gründlich untersucht und alt genug für die Ausreise sein würde, ließ ich ihn zurück.
Pino hat die Herzen der Mitarbeiter im Sturm erobert, sein großes Kämpferherz, das in seinem kurzen Leben schon so viele Herausforderungen meistern musste, und sein liebes Wesen sind herzerwärmend und bezaubernd. Und doch sehe ich die Traurigkeit in seinen Augen, den Verlust über seine Freiheit und die Einsamkeit. Pino wird nie ein normales Katzenleben haben, und vermutlich weiß er es in seinem Inneren.
Denn inzwischen wurde Pino auf Sardinien untersucht und geröntgt. Es war sehr stark zu erwarten, dass es sich um eine angeborene Anomalie handelt. Und dies ist auch so. Pinos „Ellenknochen“ (Radius) fehlen auf der einen Seite ganz, auf der anderen Seite ist er unterentwickelt. Das führt dazu das seine Füßchen mit den Ellenbogen nicht stabil verwachsen sind und die Gelenke nicht festsitzen. Dadurch wachsen auch die Knochen nicht entsprechend und haben krankhafte Veränderungen.
Der kleine Mann ist eine „Känguru-Katze“, seine verkürzten Vorderbeine wird er nie richtig belasten können, so wie es im Moment aussieht. Ein normales Katzenleben in Freiheit ist für ihn unmöglich. Gott sei Dank zeigen sich aber keine andere Anomalien in seiner Anatomie.
Wir suchen nun in Deutschland einen langfristigen Pflegeplatz bevorzugt im oberbayrischen Raum, da wir u.a. hier in Kontakt mit einer Klinik sind, die es wagen würde in einer aufwändigen OP Pinos Gelenke zu stabilisieren, damit er zumindest ein schmerzfreies Leben haben kann. Dafür muss der kleine Kater aber erst einmal seine endgültige Größe erreicht haben und das wird sicher noch einige Monate dauern. Für seine Pflegestelle würde es bedeuten, den kleinen Kämpfer durch seine Therapien und OPs zu begleiten.
Pinos Weg wird lang sein. Wir freuen uns über jeden, der ihn dabei begleiten möchte. Vor allem aber sollte er aus seinem Käfig raus und wieder in Kontakt mit Artgenossen kommen, denn er vermisst es zu spielen und leidet an Einsamkeit.
Daher sollten in seinem späteren Zuhause und auch auf einer Pflegestelle soziale und geduldige Artgenossen leben. Wichtig ist auch, dass im Haus keine steilen Treppen sind, denn auch wenn er es lernen wird sich geschickt auf seinen Hinterbeinen zu bewegen, wird er nicht klettern können und sollte seine Gelenke nicht übermäßig belasten. Eine Wohnung mit einem gesicherten Balkon, einer Terrasse, oder ein Freilaufgehege in einem Garten wären die möglichen Haltungsbedingungen für Pino.
Sicher würde sich Pino auch in einer WG mit anderen körperlich eingeschränkten Katzen wohlfühlen.
Wer auch immer sein Leben mit Pino bereichern möchte, bekommt einen wunderbaren Schatz. Wenn Sie sich vorstellen können ihn aufzunehmen, bitte melden Sie sich per Mail oder telefonisch bei mir.
Pino ist bald ausreisefertig. Er ist gechippt, gegen Tollwut und Katzenschnupfen/Katzenseuche geimpft. Es fehlt noch sein Test auf FIV und FeLV . Seine Kastration stünde noch an, aber eventuell sollte diese erst in Deutschland erfolgen, da er noch recht zart ist.


































