Piro und seine Geschwister Panina, Panna und Pedro wurden in Murta Maria gefunden und in die L.I.D.A. sez. Olbia gebracht. Nun sind sie vier weitere von Hunderten von Welpen, die dieses Jahr in unser Kooperationstierheim gekommen sind. Aber eins ist sicher, draußen auf der Straße hätten sie nicht überlebt.
Es ist viel Zeit vergangen seitdem Piro in der Lida angekommen ist. Zu viel Zeit- Zeit, die ihre Spuren bei diesem zarten und liebevollen Hund hinterlassen haben.
Piro führt ein Leben in völliger Isolation. Seinen Tag verbringt er in einem kleinen Gitterkäfig der in einem Hinterzimmer steht. Hier hat er etwas Futter und Wasser und wenige Zentimeter auf denen er sich drehen und wenden kann. Aber dieser Gitterkäfig rettet Piro das Leben, denn draußen in einem der großen Rudel würde er nicht überleben und vermutlich totgebissen werden.
Piro ist ein eher zurückhaltender Hund, den der laute Tierheimalltag stresst und überfordert. Er zieht sich in sich selbst zurück und wer weiß, vielleicht verschwindet er in seinen Gedanken in seine eigene kleine Welt, in der alles ganz wundervoll ist. Ob er wohl weiß, wie sich ein tolles Zuhause und ein warmes Plätzchen auf der Couch anfühlt? Bei diesem Gedanken wird mir ganz anders, denn während ich diese Zeilen schreibe liegen meine beiden Hunde friedlich schlummernd neben mir in ihrem warmen und kuscheligen Körbchen.
Aber warum eigentlich ist Piro isoliert von den anderen Hunden? Die Antwort hierauf ist relativ einfach und gleichzeitig auch schrecklich.
Auch in einem geschützten Tierheim gilt es zu überleben. Jeder Hund möchte genügend Futter und Wasser für sich bekommen, der triste Tierheimalltag bietet keine Abwechslung oder Auslastung für die Vierbeiner. Immer wieder kommt es zu Raufereien und sogar Känpfen unter den Hunden. Und hier würde Piro nicht gegen ankommen. Er wehrt sich nicht, geht eher in Deckung oder erstarrt zu einer Salzsäule, wenn andere Hunde auf ihn zurennen. Piro zeigt seine Unsicherheit und Überforderung mit diesem Alltag. Sein Blick spricht Bände und doch hört keiner seine Geschichte.
Piro braucht einen Wegbegleiter und Lehrer an seiner Seite – in Form eines Menschen UND auch in Form eines flauschigen und souveränen Vierbeiners. Er braucht Ruhe, Geduld und Zeit – all das braucht er um Vertrauen zu fassen. Menschen findet er nämlich gar nicht doof – er ist interessiert und genießt ganz zaghaft Berührungen und Menschenkontakt.
All das mag sich erschreckend anhören, aber ich möchte Ihnen sagen wie toll es ist, einem unsicheren Hund ein Zuhause zu oder einen Pflegestellenplatz zu geben.
Am Anfang mag es uns Menschen erstmal erschrecken, einen zurückhaltenden Hund aufzunehmen, aber das legt sich bereits nach ein paar Tagen. Vielleicht ist man hier und da verzweifelt, aber all das zahlt sich nachher aus mit doppelt so viel Glück und Freude. Wenn man gemeinsam mit seinem Vierbeiner Stück für Stück gemeinsam wächst, ist das einfach ein unbeschreiblich tolles Gefühl. Man blickt auf das zurück, was man gemeinsam erreicht hat und so entsteht eine wundervolle Bindung fürs Leben.
Wer befreit Piro aus seiner Isolation und wächst gemeinsam mit ihm hoch hinaus?