PfotenFreunde Sardinien e.V.

Pamela und Napo

Ein Jagdhunde-leben auf Sardinien….

ist nicht besonders viel wert, was ich am Beispiel von Pamela und Napo veranschaulichen möchte.

Pamela war (leider muss ich in der Vergangenheit über sie berichten, da sie 2018 über den Regenbogen gegangen ist) eine wunderbare Segugio Italiano Hündin, die ich 2012 auf der Homepage eines Tierschutzvereins entdeckte. Ihre Augen trafen mich mitten ins Herz.

Pamela war zu diesem Zeitpunkt in der L.I.D.A. Olbia, frisch operiert, es musste ihr der linke Vorderlauf bis zur Schulter entfernt werden. Was war geschehen? Sie war auf der Jagd mit ihrem Bein in eine Schlagfalle geraten und hat wahrscheinlich über Stunden oder auch Tage versucht, sich selbst aus dieser zu befreien, bis ihr linkes Bein nur noch aus purem Knochen bestand.

Glücklicherweise wurde sie von einem Mädchen gefunden, die die Mitarbeiter der L.I.D.A. informierte, die sie sofort holten und medizinisch versorgten. Das Bein war nicht mehr zu retten, sie hatte sogar noch großes Glück, dass sich noch keine Sepsis ausgebreitet hatte. Da lag sie nun, in schlechtem Allgemeinzustand, sehr dünn, zusätzlich noch Ehrlichiose und Leishmaniose positiv. Vermisst denn ein Jäger seinen Hund nicht, wenn er nach der Jagd nicht zurückkommt, fragen Sie sich vielleicht? Hierzulande ja, auf Sardinien interessiert das nur selten jemanden, wenn ein Hund weg ist, sind unzählige andere da, die ihn ersetzten.

Pamela hatte die wunderbare Gabe Herzen zu öffnen

Jagdhund im Seniorenheim

Tagelang habe ich in diese Augen geblickt, ich war definitiv nicht auf der Suche nach einem dritten Hund, aber sie ging mir einfach nicht aus dem Sinn und ich griff zum Telefon. Die Freude war groß, denn ein Hund mit Handicap und 2 Reisekrankheiten im Gepäck ist nicht gerade leicht zu vermitteln. Die Formalitäten waren schnell erledigt und so konnte ich Pamela im Juli 2012 am Flughafen in Stuttgart abholen.

Ich hatte keine Ahnung, ob sie mit ihren 3 Beinen in der Lage sein würde, mit den beiden Pointern mitzuhalten, aber ich habe mich einfach mal auf das Abenteuer eingelassen und ich bekam eine wunderbare Hündin, eine große Kämpferin.

Pamela hat sich mir und dem vorhandenen Rudel sofort angeschlossen, bei Fremden, besonders Männern, vor denen sie anfangs große Angst hatte, war sie zurückhaltend. Sie ging von Beginn an mit uns spazieren und hat innerhalb von Wochen eine beeindruckende Kondition aufgebaut. Durch physiotherapeutische Unterstützung und viel Bewegung hat sie schnell Muskulatur aufgebaut und war auf ihren 3 Beinen schneller als manch anderer Hund mit allen vieren.

Nun war sie ja auch ein Laufhund und hatte eine sehr feine Nase, die eigentlich immer eine Spur hatte. Dies behielt Pamela nicht für sich, sondern tat es laut durch ihr für den Segugio typisches Geläut kund – nicht immer zur Freude meiner Nachbarn, wenn wir gegen 5.30 Uhr bereits unsere erste Runde drehten. Um sie hier entsprechend zu fördern, machte ich mit ihr Mantrailing, was den prima Nebeneffekt hatte, dass sie so ihre Angst vor Männern verlor. Nahm sie anfangs ihre Belohnung, die auf sie wartete, wenn sie die „verlorene“ Person gefunden hatte, noch am ausgestreckten Arm und nur, wenn der Gefundene den Blick in die andere Richtung abwandte, an, sprang sie bereits nach einigen Wochen ihren männlichen Versteckpersonen auf den Arm. Pamela hatte die wunderbare Gabe Herzen zu öffnen und so nahm ich sie nach etwa einem Jahr als Besuchshund in ein Seniorenheim. Das war genau ihr Job. Sie liebte es, sich von den Bewohnern streicheln zu lassen und führte begeistert ihre Tricks vor, für die es natürlich immer eine Belohnung gab.

Auf drei Beinen tapfer durchs Leben

Nie war sie „der arme Hund, dem ein Bein fehlt”.  Sie hatte sich zu einer kecken, lebenslustigen Hündin gemausert, die mich bisweilen in den Wahnsinn trieb, wenn sie mal wieder über den Zaun sprang (war kein Problem, da sie mangels Vorderlauf eine gewaltige Muskulatur und auch Sprungkraft der Hinterhand entwickelt hatte).

Pamela hat 6 Jahre lang mein Rudel bereichert, bevor ich sie 2018 gehen lassen musste.  Einen kleinen Beutel mit ihrer Asche habe ich übrigens in die L.I.D.A. zurückgebracht, um den Kreis zu schließen. Ihr folgte im gleichen Jahr mein Pointerrüde Fuego, so dass ich mich im September 2018 entschloss, dem Pointer  Napo einen Pflegeplatz anzubieten.

Zum ersten Mal auf ihn aufmerksam geworden war ich bereits einige Monate zuvor, als mir eine Freundin ein Foto weiterleitete, das sie auf der Seite der L.I.D.A entdeckt hatte. Dies zeigte einen abgemagerten Hund, der auf der Straße nach Azarcena umherirrte und glücklicherweise gefunden wurde. Napo war offensichtlich der Chip entfernt worden, da er in genau dem Bereich, wo dieser normalerweise sitzt, eine Narbe aufwies. Im März 2018 hatte ich ihn dann bereits im Tierheim gesehen und zwischenzeitlich auch einen Text für ihn geschrieben. Im September war er zum Notfall geworden, weil er von den anderen Hunden gemobbt wurde und Gefahr lief, ernstlich verletzt zu werden. Also zog Napo hier ein. Was mich erwartete war ein dünner, unsicherer Hund, der nicht wusste, wie ihm geschieht, weit weg von der Welt des großen Tierheims, das er kannte.

Doch seine absolute Lieblingsbeschäftigung sollte er mit Degility finden, wo es darum geht, Bewegungen langsam und bewusst auszuführen. Napo entpuppte sich zum wahren Meister hierbei, je wackeliger die Aufgabe, desto lieber macht er sie. So sind Wackelbrett, Wippe und Trampolin seine Lieblingsgeräte geworden und gelegentlich darf er sein Können im Naturhundegarten Allgäu zeigen.

Kaum jemand würde ihm das zutrauen, wenn man seine körperlichen Handicaps sieht und Napo ist auch richtig stolz auf sein Können. Im Rudel ist er gut integriert, spielt zwar gelegentlich wild mit den anderen, hält sich aber sonst gerne im Hintergrund und reagiert immer noch sehr sensibel auf „Störungen“ jeglicher Art. Er hat zwischenzeitlich den Beinamen „unser Rudelschamane“ bekommen.

Infos zu den Icons der Hunde

Verträgt sich mit Hündinnen

Verträgt sich mit Rüden

Kleintiere – kommt mit Kleintieren zurecht.

Anfängerhund – der Hund ist auch für Hundeanfänger geeignet.

Familienhund – kann auch zu Familien mit Kindern vermittelt werden.

sozial

Katzenverträglich

Einzelprinz/-Prinzessin

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Katzenpärchen

Pärchen – die Katzen werden nur zusammen vermittelt.

Katze verträgt sich mit Hunden – wir haben bei diesem Tier festgestellt, dass bisherige Hundebegegnungen problemlos waren.

Freigänger

Freigänger – diese Katze wird nur an Adoptanten vermittelt, die einen Freigang der Katzen anbieten können.

Prinz/ Prinzessin – diese Katze kann nur an einen Einzelplatz vermittelt werden, da sie sich nicht mit anderen Katzen verträgt.

sozial

Katze verträgt sich mit anderen Katzen

Anfängerkatze – hierbei handelt es sich um eine problemlose Katze, die an den Halter keine besonderen Anforderungen stellt.

Familiengeeignet – für Familien (lebhaftere Haushalte) geeignet.